Kurze Wege, sichere Versorgung

Stadtwerke Schwäbisch Gmünd sind ab Neujahr neuer Stromnetzbetreiber in Straßdorf und Rechberg – technische Einbindung ins Gmünder Netz ist vorbereitet - Pressemitteilung vom 10. Dezember 2015

SCHWÄBISCH GMÜND. 8 auf 1,5 Meter ist das Versorgungsgebiet der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd groß – auf der Mosaikbildtafel in der Leitstelle des Energieversorgers; In Wirklichkeit umfängt es etwa 114 Quadratkilometer. Etwa zehn Prozent größer wird das Stromnetz an Silvester: Denn zum Jahreswechsel übernehmen die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd den Netzbetrieb in Straßdorf, Rechberg, Metlangen und Reitprechts sowie in drei Ottenbacher Ortsteilen. Am Donnerstag (10. Dezember) informierten die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd in der Leitstelle die kommunalen Oberhäupter, wie weit die Integration dieser Netzgebiete in ihre bestehende Struktur gediehen ist: Gekommen waren der Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold sowie der Ortsvorsteher von Straßdorf, Werner Nußbaum, und die Ortsvorsteherin von Rechberg, Anna Zeller-Klein. „Das ist für uns ein Meilenstein: Wir sind nun Netzbetreiber für Strom, Gas und Wasser in allen Stadt- und Ortsteilen von Schwäbisch Gmünd“, erklärte Rainer Steffens, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd, beim Ortstermin in der Netzleitstelle. Er ergänzte: „Davon profitiert ganz Gmünd: Als kommunales Unternehmen kümmern wir uns nicht nur um die zuverlässige Energieversorgung; wir sichern auch Arbeitsplätze und stärken die Wirtschaft am Ort – in Form von Steuern und Abgaben sowie Aufträgen an heimische Unternehmen.“ Für Trinkwasser sind die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd bereits Netzbetreiber in Rechberg und Straßdorf – in letzterem betreiben sie auch das Erdgasnetz. Die Übernahme der Stromversorgung durch die Stadtwerke hat für die rund 2.500 Haushalte und Betriebe in den neuen Netzgebieten einen weiteren Vorteil: Künftig haben sie für Energie und Wasser nur noch einen Ansprechpartner – und das ganz in ihrer Nähe.

Vorbereitung für Einbindung ins Stromnetz abgeschlossen

Bereits im Juni 2012 hatte die Stadt die Konzession für die Stromnetze in Straßdorf und Rechberg ausgeschrieben. Im Februar letzten Jahres hatten die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd sich dann gegen alle Mitbewerber durchgesetzt und den Zuschlag erhalten. Zum Jahreswechsel treten die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd als Rechtsnachfolger der Netze NGO GmbH ein – mit allen Rechten und Pflichten aus Netzanschluss-, Netznutzungs- oder Stromeinspeiseverträgen. Mit der Konzession erwerben die Stadtwerke auch das Recht, Straßen und Wege der Stadt für ihre Leitungen zu nutzen. Inzwischen hat der Gmünder Energieversorger die Stromleitungen und Umspanneinrichtungen in den beiden Gmünder Ortsteilen vom Vorbetreiber gekauft, aus dessen Netz entflochten und die Vorbereitungen für die Integration in ihr eigenes abgeschlossen. „Das ist ein komplexer Vorgang, man spricht nicht umsonst von Entflechtung“, erklärte Rainer Steffens. Für die Integration der Netzteile in die Gmünder Strominfrastruktur haben die Stadtwerke zwei neue Trafostationen gebaut und mit intelligenter Technik ausgerüstet: in der Einhornstraße in Straßdorf und in Rechberg am Ortsausgang Richtung Wissgoldingen. Die beiden Stationen werden von der Netzleitstelle der Stadtwerke aus überwacht und aus der Ferne gesteuert.

Rund um die Uhr überwacht

Schon jetzt haben die Mitarbeiter der Leitstelle die neuen Netzgebiete auf vier Monitoren stets im Blick; sobald der Schalter am 29. Dezember umgelegt wird, übernehmen die Stadtwerke auch die Verantwortung für deren sicheren Betrieb. „Dazu nehmen wir in der Leitstelle Kontakt mit dem bisherigen Betreiber Netze NGO auf, das ist die Netzgesellschaft der EnBW ODR AG. Dann koppeln wir unsere Netze und schalten diejenigen Teile in unser Netz zu, die bis dahin physikalisch von der Netze NGO versorgt worden sind“, erklärte Oliver Stegmaier, Teamleiter in der Netzleitstelle. Merken werden davon die Einwohner der Ortsteile nichts: Uhren, Kühlschränke und andere Stromverbraucher laufen einfach weiter. Für den Betrieb von Zählern, Trafostationen und Leitungen sind ab dem 1. Januar 2016 dann die Stadtwerke verantwortlich. „Im Moment tauschen wir deshalb auch die Rundsteuerempfänger in einigen Zählerkästen aus“, informierte Oliver Stegmaier. Sie steuern beispielsweise das Umschalten zwischen Hoch- und Niedertarif. „Wir senden auf einer anderen Frequenz als der bisherige Betreiber, deshalb müssen die Empfänger gewechselt werden“, erläuterte der Teamleiter.

Sicher ist sicher

„Die Netzleitstelle steuert alle technischen Anlagen, die für die Versorgung mit Strom, Gas, Trinkwasser und Wärme notwendig sind“, informierte Oliver Stegmaier. Deshalb gelten dort für die gesamte Technik strenge Schutz- und Sicherheitskriterien: „In die Räume der Leitstelle kann man nicht einfach reinspazieren. Außerdem ist das Überwachungs- und Steuerungs-System doppelt aufgebaut, jedes Element ist zweimal vorhanden.“ Muss eine Komponentenlinie gewartet werden oder sollten bei ihr Störungen auftreten, kann die andere einfach übernehmen. Auch für die Kommunikation gibt es zwei Wege – Telefon und Betriebsfunk. „Sicher ist sicher“, erklärte der Teamleiter der Netzleitstelle. Das trägt nicht zuletzt zu der hohen Versorgungsqualität in Schwäbisch Gmünd bei. Beispielsweise waren die Bürger in der Stadt und den Ortsteilen im Jahr 2014 durchschnittlich 4,38 Minuten ohne 

Strom – und damit 7,39 Minuten weniger als der Bundesdurchschnitt. 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, werden bei den Stadtwerken die Versorgungsnetze überwacht.

Hintergrundinfo zu den Versorgungsnetzen der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd

Stromnetz (mit neuen Netzteilen):

Netzbetreiber in der Stadt Schwäbisch Gmünd inklusive der Stadtteile: Bargau, Bettringen, Degenfeld, Großdeinbach mit Kleindeinbach, Hangendeinbach, Sachsenhöfe, Radelstetten und Wustenriet, Herlikofen, Hussenhofen mit Hirschmühle, Zimmern und Burgholz, Lindach, Rechberg, Rehnenhof/Wetzgau, Straßdorf mit Metlangen und Reitprechts, Weiler i. d. B. mit Herdtlinsweiler
Länge des Stromnetzes: rund 1.100 Kilometer, davon Mittelspannung 290 Kilometer, Niederspannung 806 Kilometer
Anzahl Hausanschlüsse: 17.100 Stück
Anzahl Trafostationen: 414 Stück

Gasnetz (2014):

Länge des Gasnetzes: 226 Kilometer
Anzahl Hausanschlüsse: 7.260 Stück
Fernwärmeversorgung

Fernwärme (2014):

Länge des Fernwärmenetzes: 10 Kilometer
Eingebaute Zähler: 336 Stück
Wasserversorgung

Wassernetz (2014):

Länge des Wassernetzes: 320 Kilometer
Eingebaute Zähler: 14.810 Stück