Die militärische Nutzung der Mutlanger Heide

Geschichte Solarpark

Vermutlich etwa im zweiten Jahrhundert nach Christus wurde unter römischer Herrschaft der Obergermanisch-Reatische Limes errichtet, der die Mutlanger Heide in einem Ost-West-Verlauf quert.

Eine erste schriftliche Erwähnung zur Nutzung des Areals stammt aus dem Jahr 1839. Zu dieser Zeit diente die Mutlanger Heide als Exerzierplatz für in Schwäbisch Gmünd stationierte Soldaten. Diese Nutzungsform dauerte bis etwa zum Jahr 1930 an.

Ab den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts diente die Fläche dann auch als Übungsgelände, insbesondere für die Infanterieausbildung. Auf dem südöstlichen Teil des Hochplateaus fanden sich bis etwa 1935 Handgranatenwurfstände, verschiedene Unterstände sowie Lauf- und Schützengräben. In den 30er Jahren erfolgte auch die erste Bebauung des Areals, es wurden einige wenige Gebäude sowie eine Landebahn errichtet.

Der Flugplatz Mutlanger Heide erhielt jedoch nie eine große Bedeutung, da in Göppingen ein weiterer Fliegerhorst mit regionaler Bedeutung bestand und der Flugplatz Mutlanger Heide hauptsächlich als Ausweichflugplatz für diesen diente. Im Gegensatz zum Dorf Mutlangen wurde der Flugplatz im Jahr 1945 auch nicht bombardiert.

Mit Ende des 2. Weltkrieges beschlagnahmten US-amerikanische Streitkräfte weite Teile der Mutlanger Heide. Eine militärische Nutzung fand aber vorerst nicht statt. Zwischen 1946 und 1951 wurde der Flugplatz als Ackerland genutzt.

Zum Jahreswechsel 1950/51 wurde das Gelände erneut durch die US-Armee requiriert. Es wurde wieder ein kleiner Flugplatz mit provisorischem Flugplatzdepot angelegt. 1953 wurden eine befestigte Start- und Landebahn sowie ein kleines Rollfeld mit Flugzeughangar und Räume für die Flugkontrolle errichtet.

Ab 1957 begannen die Amerikaner mit der Entwicklung der Pershing-Raketen, die mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet waren. Die Stationierung dieser Waffensysteme auf der Mutlanger Heide erfolgte ab 1964, womit sich auch die Bedeutung des Standorts änderte.

Im Zeitraum zwischen 1985 und 1989 erfolgte eine Modernisierung der militärischen Liegenschaf­ten mit beträchtlichem Kostenaufwand. Der überwiegende Teil der ehemals auf der Mutlanger Heide vorhandenen Gebäude bzw. der noch vorhandenen Infrastrukturanlagen wurde in diesem Zeitraum gebaut.

Im Jahr 1991 wurde der Standort Mutlanger Heide von den amerikanischen Streitkräften endgültig aufgegeben. Am 17.09.1991 erfolgte die Übergabe des Geländes an die Bundesvermögensverwaltung in Ulm. 1999 wurden die erstellten Militärgebäude restlos abgebrochen und beseitigt. Im Frühjahr 2000 er­folgte die Erschließung des auf Mutlanger Gemarkung liegenden Teils der Konversionsfläche. An­schließend begann die Bebauung des dort vorgesehenen „Wohnparks Mutlanger Heide" (insgesamt ca. 350 Bauplätze).