Einspeisemanagement

Seit Inkrafttreten des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) hat der Ausbau von regenerativen Energieerzeugungsanlagen stark zugenommen. Entsprechend wird immer mehr Strom aus diesen Erzeugungsanlagen in die Netze eingespeist. Das Einspeisemanagement ist eine speziell geregelte Netzsicherheitsmaßnahme zur Entlastung von Netzengpässen.

§9 Abs.1 und 2 EEG 2017 regeln, welche technischen Anforderungen Solarstromanlagen (z.B. PV-Anlagen) erfüllen müssen.

Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 Kilowatt müssen mit technischen Einrichtungen ausgestattet werden, mit denen der Netzbetreiber jederzeit die Einspeisung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren und die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann (§ 9 Abs. 1 Satz 1 EEG 2017).

Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 Kilowatt und höchstens 100 Kilowatt sind mit Einrichtungen auszustatten, mit denen der Netzbetreiber jederzeit die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann (§ 9 Abs. 2 Nr. 1 EEG 2017).

Bei Anlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 30 Kilowatt können die Anlagenbetreiberinnen und -betreiber wählen, ob sie ihre Anlage ebenfalls mit einer Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ausstatten (§ 9 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a EEG 2017) oder ob sie die maximale Wirkleistungseinspeisung ihrer Anlage am Verknüpfungspunkt mit dem Netz auf 70 Prozent der installierten Leistung begrenzen (§ 9 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. b EEG 2017).

Die Kosten für die technischen Einrichtungen sind durch die Anlagenbetreiberin bzw. Anlagenbetreiber zu tragen

Solange die technischen Vorgaben für das Einspeisemanagement nicht eingehalten werden, verringert sich der anzulegende Wert auf den Monatsmarktwert (§ 52 Abs. 2 Nr. 1 EEG 2017), bzw. entfallen die Ansprüche auf vorrangige Abnahme, Übertragung und Verteilung nach § 11 EEG 2017 und auf ein Entgelt für dezentrale Einspeisung nach § 18 der Stromnetzentgeltverordnung, falls keine Förderung nach § 19 EEG 2017 beansprucht wird (§ 52 Abs. 4 EEG 2017).

Das Einspeisemanagement kommt nach der gesetzlichen Rangfolge allerdings nur zum Einsatz, soweit der Netzengpass nicht bereits durch andere geeignete Maßnahmen, insbesondere durch eine Abregelung konventioneller Kraftwerke ausreichend entlastet werden kann. Wird EE- oder KWK-Strom per Einspeisemanagement abgeregelt, hat der Anlagenbetreiber gegenüber seinem Anschlussnetzbetreiber einen Anspruch auf Entschädigung.

Weitere Informationen finden Sie u.a. bei der Clearingstelle EEG.